FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE (AISBL)
SECRETARIAT GENERAL: 13, Place Albert 1er B – 6530 Thuin (Belgien)

 

28.08.2020/ DE

FCI-Standard Nr. 367

MINIATURE AMERICAN SHEPHERD
(Miniatur Amerikanischer Schäferhunde)
ÜBERSETZUNG: Firma Skrivanek / Offizielle Originalsprache: EN. Durch den VDH überprüft.

URSPRUNG: Vereinigte Staaten von Amerika

PATRONAT: Ungarn.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN OFFIZIELLEN STANDARDS: 04.09.2019.

VERWENDUNG: Hüte- und Wachhund.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde
(ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Sektion 1 Schäferhunde Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Der Miniature
American Shepherd entstand Ende der 1960er Jahre in Kalifornien aus den kleinen Australian
Shepherds. Das Ziel der Züchtung war die Bewahrung ihrer geringen Größe, ihres lebhaften
Charakters und ihrer Intelligenz.
1980 wurde die Rasse erstmals durch das National Stock Dog Registry registriert.
Ursprünglich lautete die Bezeichnung Miniature Australian Shepherd. Zu Beginn der 1990er Jahre
hatten die Hunde landesweit Popularität erlangt und wurde auf verschiedenen Treffen für seltene
Rassen gezeigt. Der erste Zuchtverein und die Registrierung, MASCUSA, wurden
1990 gegründet und 1993 eingetragen. Im Mai 2011 wurde die Rasse als Miniature American
Shepherd in das Rassebegründungsverfahren des AKC (USA) aufgenommen. Der Miniature
American Shepherd Club of the USA (MASCUSA) ist eine Unterorganisation des
designierten Dachverbandes American Kennel Club.
Die Rasse wurde zum Hüten kleiner Herden verwendet, wie Schafe und Ziege, hat jedoch auch
die Fähigkeit größeres Vieh zu bewältigen. Ihre geringe Größe wurde als Vorteil
erachtet, weil sie zusätzlich auch als Haustier gehalten werden konnte.

Als Begleiter von Reitern auf deren Weg zu Turnieren erlangten sie besondere Beliebtheit, weil ihre
Intelligenz, Loyalität und Größe die Hunde zu einem hervorragenden Reisebegleiter machen. Auf
diese Weise erlangten sie im gesamten Land Popularität.
Heute hat sich der Miniature American Shepherd in den USA und international etabliert.
Es ist eine Rasse mit einer einzigartigen Identität – ein auffallender, vielseitiger kleiner
Hütehund, der sich auf einer Ranch ebenso wohl fühlt wie in der Stadt.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Der Miniature
American Shepherd ist ein kleiner Hütehund, der seinen Ursprung in den USA hat. Es ist
etwas länger als hoch, von moderatem Knochenbau, Körpergröße und -höhe sind gut
proportioniert, ohne Auffälligkeiten. Der Gang ist geschmeidig, leicht und balanciert.
Seiner außergewöhnlichen Lebhaftigkeit, kombiniert mit Stärke und Ausdauer, verdankt er
seine Eignung in unterschiedlichstem Gelände. Ein äußerst vielseitiger, energischer
und ausdauernder Hund von herausragender Intelligenz und mit starker Hingabe zum Halter.
Er ist sowohl ein loyaler Begleiter als auch ein gelehriger Arbeiter, worauf bereits sein
aufmerksamer Ausdruck hinweist. Das Stockhaar ist von mittlerer Länge und Grobheit, von
einheitlicher Farbe oder meliert, mit oder ohne weiße und/oder Loh (Kupfer) Abzeichen.
Traditionell ist die Rute kupiert oder eine natürliche Stummelrute.

WICHTIGE PROPORTIONEN:
Gemessen vom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker und vom höchsten Punkt des
Schulterblatts bis zum Boden ist er etwas länger als hoch. Substanz – kräftig gebaut mit moderatem
Knochenbau im Verhältnis zu Körperhöhe und -größe. Rüden strahlen Maskulinität aus, ohne
grob zu wirken, Hündinnen erscheinen feminin, ohne zu leicht zu wirken. Die gesamte Struktur
vermittelt einen Eindruck von Tiefe und Stärke, ohne jedoch massig zu wirken.

VERHALTEN/CHARAKTER (WESEN): Der intelligente Miniature American Shepherd ist
primär ein Arbeitshund mit starkem Hüte- und Wachinstinkt. Er ist ein
außergewöhnlicher Begleiter, vielseitig und gelehrig, der seine Aufgaben stilvoll und mit
Begeisterung erledigt.
Fremden gegenüber ist er reserviert, jedoch nicht scheu. Er ist ein ausdauernder und
robuster Arbeiter, der Verhalten und Auftreten seiner jeweiligen Aufgabe anpasst. In
der Familie agiert er beschützend, freundlich, anhänglich und loyal.

KOPF:

OBERKOPF:
Schädel: Schädel – Das Schädeldach ist flach bis mäßig rund und kann einen leichten
Hinterhauptstachel aufweisen. Breite und Länge des Schädeldachs sind identisch.
Stopp: Der Stopp ist mäßig, jedoch definiert ausgebildet.

GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Rot Merle- und rote Hunde haben einen leberfarbenen Nasenspiegel
Blau Merle- und schwarze Hunde haben ein schwarzes Nasenpigment. Voll pigmentierte
Nasenschwämme werden bevorzugt. Nasenschwämme, die nicht vollständig
pigmentiert sind, sind ein Fehler. Schwerer Fehler – 25 bis 50 Prozent fehlende
Pigmentierung am Nasenspiegel.
Fang: – Der Fang ist von mittlerer Breite und Tiefe, verjüngt sich graduell zu einer
gerundeten Spitze, ohne schwer, quadratisch, spitz oder lose zu wirken. Die Länge entspricht der
Länge des Oberkopfes
. Flanken – Von der Seite gesehen sind Fang und Oberkopf leicht schräg zueinander
angesetzt, wobei die Vorderseite der Krone einen leichten Winkel zum Nasenschwamm aufweist.
Lefzen: Pigmentierung passend zur Farbe des Hundes, enganliegend.
Kiefer/Zähne: Lückenloses Scherengebiss. Kein Punktabzug bei abgebrochenen, fehlenden
oder verfärbten Zähnen infolge von Unfall. Disqualifikation: –Vor- oder Rückbiss.

AUGEN: Die Augen sind schräg angesetzt, mandelförmig, weder hervorstehend noch
eingesunken und proportional zum Kopf. Akzeptabel in allen Fellfarben kann eines oder beide
Augen braun, blau, haselnussbraun, bernsteinfarben oder jede Farbkombination davon aufweisen,
einschließlich Tüpfel und Marmorierung.
Die Augenränder von roten und rotmelierten Tieren haben eine vollständige rote
(leberbraune) Pigmentierung. Die Augenränder der schwarzen und blaumelierten Tiere weisen
eine vollständige schwarze Pigmentierung auf. Die Blau merle und schwarzen Hunde weisen
eine schwarze Augenumrandung auf, die Rot merle und roten Hunde zeigen eine leberfarbene
(braune) Pigmentierung. Der Ausdruck ist aufgeweckt , aufmerksam und intelligent. Der
Blick kann Fremden gegenüber reserviert oder aufmerksam sein.

OHREN: Dreieckig, von mäßiger Größe, am Kopf hoch angesetzt. Bei voller Aufmerksamkeit
kippen sie nach vorne ab oder als Rosenohr zur Seite. Schwerer Fehler – Stehohren oder
Hängeohren. .

HALS: Der Hals ist fest, sauber und proportional zum Körper. Er ist von mittlerer Länge und am
Kamm leicht gebogen, mit gutem Übergang zur Schulterpartie.

KÖRPER: Der Körper ist fest und in guter Kondition.

Obere Linie: Der Rücken ist im Stand und in der Bewegung vom Widerrist zum Hüftgelenk fest
und gerade.
Widerrist: Die Schulterblätter sind lang, flach, eng am Widerrist angesetzt und schräg.
Rücken: Der Rücken ist im Stand und in der Bewegung fest und gerade vom Widerrist zum
Hüftgelenk.
Lenden: Die Lenden sind von oben gesehen stark und breit. Kruppe: Die Kruppe ist moderat
abfallend.

Brust: Die Brust ist voll und tief, bis zum Ellbogen reichend, mit gut gebogenen Rippen.
Untere Profillinie und Bauch: Die untere Profillinie ist leicht aufgezogen.

RUTE: Eine kupierte oder natürliche Stummelrute wird bevorzugt. Die kupierte Rute ist
gerade, nicht länger als 7,62 cm (3 Zoll) (in Ländern, in welchen dies gesetzlich nicht
verboten ist).
Die nicht kupierte Rute kann in einer leichten Rundung herabhängen, wenn
der Hund ruht. Bei Erregung oder in der Bewegung kann die Rute in einer ausgeprägten
Rundung nach oben getragen werden.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND:
Allgemeines: Die Vorderhand ist gut konditioniert und ausgewogen zur Hinterhand gesetzt.
Vorderhand – Die Vorderhand fällt gerade und lotrecht zum Boden ab. Die Läufe sind gerade und
stark. Der Knochen ist eher oval als rund.
Schulter: Die Schulterblätter sind lang, flach, eng am Widerrist angesetzt und schräg.
Oberarm: Die Länge des Oberarms (Oberarmknochen) ist mit der des Schulterblatts identisch
und steht in einem nahezu rechten Winkel zum Schulterblatt.
Ellbogen: Das Ellbogengelenk ist vom Boden bis zum Widerrist abstandsgleich. Von der
Seite gesehen sollte der Ellbogen direkt unter dem Widerrist sitzen. Ellbogen sollen eng
an den Rippen anliegen, ohne locker zu sein.
Unterarm: Die Läufe sind gerade und stark. Der Knochen ist eher oval als rund.
Vordermittelfuß: Kurz, dick und stark, jedoch flexibel, von der Seite gesehen in einem leichten
Winkel stehend.
Vorderpfoten: – Ovale, kompakte, feste, gut gewölbte Zehen. Die Ballen sind dick und
elastisch, die Nägel sind kurz und stark. Die Nägel können jede Farbkombination aufweisen.
Afterkrallen müssen entfernt werden (in Ländern, in welchen dies gesetzlich nicht verboten ist).

HINTERHAND:
Allgemeines: Die Breite der Hinterhand erreicht ungefähr die Breite der Vorderhand an den
Schultern. Winkelung – die Winkelung von Becken und Oberschenkel (Oberschenkelknochen)
spiegelt die Winkelung von Schulterblatt und Oberarm wider; es wird ungefähr ein rechter Winkel
gebildet.
Oberschenkel: Der Oberschenkel ist gut bemuskelt, jedoch nicht übermäßig.
Knie: Das Knie ist klar definiert.
Sprunggelenk: Die Sprunggelenke sind kurz, mäßig gewinkelt, so dass der Hintermittelfuß
lotrecht zum Boden steht.
Hintermittelfuß: Die Hintermittelfüße sind kurz, von der Seite gesehen lotrecht zum
Boden und sie stehen von hinten gesehen parallel zueinander.
Hinterpfoten: Die Pfoten sind oval, mit kompakten, festen, gut gewölbten Zehen. Die
Ballen sind dick und elastisch, die Nägel sind kurz und stark. Die Nägel können jede
Farbkombination aufweisen. Afterkrallen müssen entfernt werden (in Ländern, in welchen
dies gesetzlich nicht verboten ist).

GANGWERK: Der Gang ist fließend, frei, leicht und geschmeidig , mit einem gut ausgewogenen,
raumgreifenden Schritt. Die Vorder- und die Hinterläufe bewegen sich gerade und parallel zur
Mittellinie des Körpers. Bei größerer Geschwindigkeit bewegen sich die Vorder- und
Hinterläufe in einer Konvergenz zum Schwerpunkt des Tieres, wobei der Rücken fest und gerade
bleibt. Im Trab wird der Kopf in seiner natürlichen Position getragen, wobei der Hals sich
nach Vorne verlängert und der Kopf nahezu in einer Linie zur Rückenlinie oder geringfügig
darüber getragen wird. Der Hund muss in der Bewegung flink und fähig sein,
augenblicklich einen Richtungswechsel vorzunehmen oder eine andere Gangart
einzuschlagen.

HAUT: Die Haut ist von typischer mäßiger Dicke und Nachgiebigkeit.

HAARKLEID: Das Haarkleid vermittelt insgesamt einen moderaten Eindruck. Das Haar ist von
mittlerer Struktur, gerade bis wellig, wetterfest und von mittlerer Länge. Der Anteil
des Unterhaares variiert abhängig von den klimatischen Bedingungen.

Haar: Am Kopf und an den Vorderseiten der Läufe ist das Haar kurz und glatt. Die Hinterseiten
der Vorderläufe und die Hosen sind moderat befedert. Bei Rüden sind Mähne und Kragen moderat
und ausgeprägter als bei Hündinnen. Das Haar kann an den Ohren, Pfoten, Rückseite der
Sprunggelenke, Hintermittelfüßen und an der Rute getrimmt werden, sonst muss es als
natürliches Haarkleid getragen werden. Ungetrimmte Tasthaare werden bevorzugt.
Schwerer Fehler – Nicht typisches Haarkleid.

Farbe:
Körperfarbe: Die Farbgebung bietet Variabilität und Individualität. Ohne Präferenzen sind
die anerkannten Farben Blue merle, schwarz, Red. merle, rot Schwarz, Blue merle,
Rot, Leberbraun und Red merle oder Leberbraun merle. Die Merlefarbgebung erscheint
in jeder Ausprägung, Marmorierung, gefleckt oder als Sprenkel. Die Unterwolle kann etwas
heller sein als das Deckhaar. Asymmetrische Abzeichen sind kein Fehler.
Lohfarbene Abzeichen: Lohfarbene Abzeichen sind nicht erforderlich, werden
jedoch in allen der folgenden Bereiche akzeptiert: Um die Augen, an
Pfoten, Läufen, Brust, Nasenschwamm, Halsunterseite, Gesicht, Ohrunterseite,
untere Profillinie des Körpers, unter der Rutenwurzel und an den Hosen. Lohfarbene
Abzeichen variieren in Schattierungen von creme Beige bis dunkler Rost, ohne Präferenzen.
Übergang in die Grundfarbe oder das Merle-Muster im Gesicht, an den Läufen, Pfoten und
Hosen.
Weiße Abzeichen: Weiße Abzeichen sind nicht erforderlich, dürfen ggf. jedoch nicht dominieren.
Stichelung in den weißen Abzeichen ist erlaubt. Das Weiß ist am Kopf nicht vorherrschend und
die Augen sind vollständig von Farbe und Pigmentierung umgeben. Rot Merle – und rote Hunde haben
rote (lederbraunen) Pigmentierungen an den Augenrändern.

Blue Merle und schwarze Hunde haben schwarze Pigmentierung an den Augenrändern. Bevorzugt
werden vollständig von Farbe bedeckte Ohren. Weiße Abzeichen in jeder Kombination
und begrenzt auf Fang, Backen, Krone, Blesse auf dem Schädel, am Hals in einem Teil- oder
Vollkragen, an Brust, Bauch, Vorderläufen und Hinterläufen bis zum Sprunggelenk und mit einem
dünnen Ausläufer bis zum Knie. Ein geringer Anteil Weiß von der unteren Profillinie kann von der
Seite sichtbar sein, darf jedoch nicht mehr als 2,5 cm (1 Zoll) über den Ellbogen reichen. Die
Haarlinie des weißen Kragens reicht nicht über den Widerrist an der Haut hinaus. Die Spitze einer
natürlichen, nicht kupierten Rute kann Weiß enthalten.

GRÖSSE UND GEWICHT:

Widerristhöhe:
Rüden: 35,5 cm bis zu 46 cm
Hündinnen: 33 cm bis zu einschließlich 43,5 cm

Gewicht: Ein gesundes Gewicht wird auf der individuellen Größe, dem Geschlecht und der Substanz
basieren.

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und
dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.

SCHWERE FEHLER:
• Nicht typische Haarkleider.
• Stehohren oder Hängeohren.
• Zwischen 25 und 50 Prozent pigmentierter Nasenspiegel
• Weiße Abzeichen, die mehr als 25 Prozent eines Ohres bedecken.

 

DISQUALIFIZIERENDE FEHLER:
• Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde.

• Hunde, die deutlich physische Abnormitäten oder Verhaltensstörungen
aufweisen.
• Unter 35,5 cm und 45 cm für Rüden; unter 33 cm und über 43,5 cm für Hündinnen. Die im
Rassestandard festgelegten Mindesthöhen gelten nicht für Rüden oder Hündinnen mit einem
Alter unter sechs Monaten.
• Mehr als 50 Prozent fehlende Pigmentierung am Nasenspiegel.
• Vor- oder Rückbiss
• Andere als die anerkannten Farben. Weiße Körpersprenkel, das heißt, auffälliger, isolierter
weißer Fleck oder Platte im Bereich zwischen Widerrist und Rute, auf dem Rücken oder an den
Seiten zwischen den Ellbogen und der Hinterseite der Hinterläufe.

 

N.B.:

• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig
im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde zugelassen
werden.